Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus von 1593 + Wohngebäude + Grundstück · Deutsche Weinstraße · Rheinland-Pfalz
Ostfassade des Zehnthauses · Foto: V. Lübken / FH Potsdam, 2023
Zum Verkauf steht das gesamte Grundstück mit zwei Gebäuden als Paket: das denkmalgeschützte Fachwerkhaus (Zehnthaus, bez. 1593) und ein separates Wohngebäude – eingebettet in die malerische Südpfalz, direkt an der Deutschen Weinstraße. Ein Anwesen dieser Art ist in der Region schlicht nicht zu finden.
Ob als Familiensitz mit Gästehaus, Weingut mit Wohnhaus, Pension oder kreatives Gesamtprojekt – die Kombination aus Kulturdenkmal und modernem Wohngebäude bietet außergewöhnliche Flexibilität.
Das Zehnthaus ist ein beredtes Dokument der regionalen Bau- und Wirtschaftsgeschichte der Südpfalz. Als Stätte der feudalen Zehnterhebung spiegelt es die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit wider. Die hölzerne Substanz – hauptsächlich Edelkastanie (Castanea sativa), Tanne (Abies alba) und Weißeiche – wurde durch mikroskopische Holzartenbestimmung eindeutig identifiziert.
Das Zehnthaus gilt als eines der schönsten Häuser in Schweigen-Rechtenbach. Die Frontfassade trägt zwei bemerkenswerte Schnitzereien – trotz Verwitterung noch deutlich erkennbar: links eine Blumenranke, die aus einem kleinen quadratischen Blumentopf emporwächst; rechts ein Wappen mit Weinblättern und zwei Seseln, die einander zugestellt fast wie ein Herz wirken.
Das Rundbogenportal an der Ostfassade trägt im Schlussstein die eingemeißelte Jahreszahl 1593 – ein direkt erhaltenes Zeugnis der Bauzeit. Das Gebäude steht über einem Hochkeller mit steinernen Kellerfensterschiebern, der dem Haus seine charakteristische Erscheinung verleiht. Für die Sanierung wurde u.a. innenseitige Ertüchtigung mit Wärmedämmlehm empfohlen – denkmalgerecht und zukunftsfähig.
Bestimmt per mikroskopischer Holzartenanalyse · FH Potsdam, 2022
Aktuelle Aufnahmen · © Michel Ringle | Fotos FH Potsdam: © V. Lübken 2023 · Zum Forschungsprojekt →
Das Zehnthaus ist durch historische Postkarten und Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert dokumentiert. Deutlich erkennbar: das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wirtschaftsgebäude, das früher straßenseitig angebunden war. Das Hauptgebäude überstand Kriegsschäden und wurde in den 1940er Jahren wiederaufgebaut.
Historische Fotografien · Quelle: Familienarchiv Ringle / Gemeindearchiv Schweigen-Rechtenbach
Der massive Hochkeller aus Bruch- und Lesesteinen ist über fünf Außentüren zugänglich und in vier Räume aufgeteilt. Die charakteristischen Sandstein-Schiebefenster – durch Verschieben von Sandsteinelementen zu öffnen – sind ein seltenes erhaltenes Original aus der Bauzeit. Im Inneren haben sich Putzschichten erhalten, die nach Einschätzung von Restaurator Michel Ringle möglicherweise noch aus dem Jahr 1593 stammen.
Dokumentationsfotos · © Michel Ringle, Projektarbeit Akademie Schloss Raesfeld, 2024
Die FH Potsdam hat das Zehnthaus vollständig bauhistorisch untersucht und eine denkmalgerechte Sanierungsstrategie erarbeitet. Für Käufer bedeutet das: keine aufwendige Erstbegehung, kein Raten – sondern eine fertige Planungsgrundlage. Zum Forschungsprojekt
Schweigen ist über 1.200 Jahre alt. Im Jahr 802 war es – damals noch „suega" – Aufenthaltsort des Karolingers Karl des Großen. Am 15. September stellte Kaiser Karl I. hier eine Herrscherurkunde aus, mit der er thüringischen Besitz an das hessische Kloster Hersfeld schenkte. Der Name suega leitet sich vom althochdeutschen Wort für Viehhof ab; vermutlich ernährte der Ort einst das Kloster Weißenburg.
Lange war Schweigen eine Vogtei im Reichslehen der Adelsfamilie der Fleckensteiner, deren Stammburg in Lembach (Elsass) noch heute sehenswert ist. Mit Genehmigung Kaiser Karls IV. wurde die Vogtei Schweigen am 22. Juli 1360 an die Stadt Weißenburg verkauft.
Im Ortsteil Rechtenbach wurde am 29. November 1751 im Pfarrgässel Maria Salome Schweppenhäuser geboren – als vierte Tochter des lutherischen Pfarrers Heinrich Wilhelm Schweppenhäuser. Ihre Nachfahren finden sich in den bedeutendsten Königshäusern Europas:
Maria Salome heiratete Friedrich Carl Emanuel Haucke und zog nach Schloss Seifersdorf bei Dresden. Ihre Enkelin Julia Haucke heiratete Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt und wurde als Gräfin Battenberg in den Adelsstand erhoben – Begründerin des Hauses Battenberg / Mountbatten. Quellen: doerrenbach-pfalz.de
Schweigen-Rechtenbach · Verbandsgemeinde Bad Bergzabern · Rheinland-Pfalz
Schweigen-Rechtenbach liegt im äußersten Süden der Deutschen Weinstraße, direkt an der französischen Grenze zum Elsass. Die Gemeinde ist bekannt als südliches Eingangstor zur Deutschen Weinstraße – ein Weinort mit jahrhundertealter Kulturtradition inmitten der südpfälzischen Reblandschaft.
Das Anwesen liegt im Herzen von Schweigen-Rechtenbach – einem der charakteristischsten Orte der südlichen Weinstraße, eingebettet zwischen Rebhängen, Wald und dem Elsass.
Die einzigartige Kombination aus historischer Substanz, wissenschaftlicher Dokumentation und pittoresker Weinstraßenlage eröffnet außergewöhnliche Perspektiven – vorbehaltlich denkmalbehördlicher Genehmigungen.
Ein Zuhause, das kein zweites Mal existiert – mit originaler Fachwerksubstanz von 1593.
Inmitten der Deutschen Weinstraße – ideal für weinkulturelle Nutzung mit historischem Charakter.
Historisches Ambiente als unvergleichlicher USP für Gäste der Weinstraßenregion.
Ausstellungsräume, Werkstätten oder ein Kulturort mit unverwechselbarer Atmosphäre.
Als eingetragenes Kulturdenkmal sind Sanierungsaufwendungen nach § 7i EStG (Vermieter) bzw. § 10f EStG (Selbstnutzer) steuerlich begünstigt. Die vorhandene wissenschaftliche Dokumentation der FH Potsdam vereinfacht das Abstimmungsverfahren mit der Denkmalschutzbehörde erheblich. Bitte lassen Sie sich individuell steuerlich beraten.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen für Besichtigungstermine sowie weiterführende Unterlagen – einschließlich der Masterthesis der FH Potsdam – gerne zur Verfügung.
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